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Unser Tag in Daressalaam

Wir kamen gegen 8 Uhr morgens mit dem Flieger von Doha in Daresealaam an. Mit dem Taxi fuhren wir in unser Hotel – das Hotel Chelsea in der Uhuru Street. Obwohl es erst ca. 9 Uhr war, bekamen wir durch einen kleinen Aufpreis bereits unser Zimmer. Auch wenn wir die ganze Nacht durchgemacht hatten, fühlten wir uns ziemlich fit. Darum machten wir uns, nach einer kurzen Dusche, sofort auf in die Stadt. Wie unser Tag in Daresalaam, oder auch Dar, wie die Einheimischen sagen, aussah, erfährt ihr in diesem Beitrag…

auf der Dachterrasse Hotel Chelsea

Wir waren ziemlich hungrig, und wollten uns gleich etwas zum Essen suchen. Nach knapp 45 Minuten planlosem Herumlaufen waren wir noch immer nicht fündig. Außer einem kleinen Streetfood-Stand, dessen Snacks wir unserem Magen nicht wirklich antun wollten, sahen wir keine Essensmöglichkeit. Lag eventuell an der Uhrzeit, aber auch daran, dass wir wahrscheinlich im falschen Viertel unterwegs waren. An jeder Ecke gab es kleine Werkstätten, Autozubehör-Shops, oder Banken – aber kein Essen weit und breit! Schlussendlich fanden wir ein nettes, kleines und hippes Café und aßen dort zu Mittag.

Wir haben ja schon zuvor ganz oft gehört, dass die Tansanier nicht unbedingt die Schnellsten sind, wenn es um Essensbestellungen geht. Daher haben wir vor unserer Bestellung sicherheitshalber nachgefragt. Wir wollten nicht unnötig viel Zeit verlieren, in dem wir auf das Essen warten, sondern wollten den Tag nutzen, um die Stadt zu erkunden. „Twenty minutes – very fast!“ war die Antwort des Kellners. „Are you sure? Please, be honest. How long does it take?“ war unsere Antwort. Der freundliche Herr versicherte uns aber, dass es wohl tatsächlich sehr schnell ginge. „I promise!“. Na gut. Da saßen wir also, und warteten. Etwa 30 Minuten nach unserer Bestellung eilte plötzlich ein weiterer Kellner mit dem Fahrrad her. Mit im Gepäck: die Zutaten für unser Mittagessen. Gut, würde dann doch noch etwas dauern. Aber wenigstens wurden die Zutaten frisch eingekauft. Insgesamt 50 Minuten nach unserer Bestellung stand dann unser leckeres Essen auf dem Tisch.

KOSTEN für 2x 0,5l Cola, 1x 0,5 Wasser, 2x Hauptspeise, 2x Cappuccino, Trinkgeld:
36.000 TZS = ca. 13 Euro


Danach ging es weiter in Richtung Uferpromenade. Auf dem Weg dorthin wurden wir von einigen einheimischen Männern angequatscht. Jeder wollte entweder eine Safari für uns organisieren, Bilder verkaufen oder sonst welchen Service anbieten. Die paar Meter bis zu unserem eigentlichen Ziel, der St. Jospeh Church, waren echt mühsam. Denn ein „No, thank you“ reicht meistens nicht aus, um die Herren los zu werden. Leider war die Kirche gerade geschlossen. Die St. Joseph Church ist eine römisch-katholische Kirche und wurde um 1902, während der deutschen Kolonialzeit, erbaut.

Also spazierten wir weiter. Nur wenige Meter nach der St. Joseph Church steht die Azania Front Lutheran Church. Sie gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen von Daressalaam. Die Deutschen haben sie im Jahr 1901 erbaut. Während wir uns der Kirche näherten, kam ein Herr auf uns zu. Johnny – wie er sich später vorstellte, gab uns eine kleine Führung durch die Kirche.

Ausblick vom Turm der Azania Front Lutheran Church

Spannend dabei war vor allem das alte Uhrwerk im Inneren des Glockenturms. Hier ist nichts automatisiert – das Uhrwerk muss jeden Tag aufs Neue aufgezogen werden. Tag für Tag. Weiter gings auf den Turm ganz nach oben. Auch auf den Inschriften der Kirchglocken wird deutlich sichtbar, dass die Kirche von den Deutschen erbaut wurde. Sie werden nämlich von deutschen Sprüchen geziert. Der Eintritt in die Azania Front Lutheran Church ist kostenlos. Wir gaben Johnny jedoch als Spende für seine Tour ein kleines Trinkgeld.

im „Dachboden“ der Azania Front Lutheran Church

Wir hatten für unseren Tag in Daressalaam keinen wirklichen Plan. Wir schlenderten einfach durch die Stadt und ließen die Großstadt auf uns wirken. Es war angenehm, mal keine große „To-Do“ und „To-See“ Liste abzuhaken, wie es sonst meistens bei uns der Fall ist 😉 Vor unserer Reise haben wir oftmals gelesen und gehört, dass die Großstadt keinen Besuch wert ist, und man sich am besten noch am Ankunftstag auf die Weiterreise macht. Für uns war es jedoch ein toller Einstieg in das Land…

An einer Ecke stand ein großer Obststand mit frischen Mangos, Wassermelonen, Litschis, Bananen und Avocados. Während Elsa sich eine Mango kaufte und in kleine Stücke schneiden ließ, freundete sich Atti mit ein paar älteren Herren an, die gerade gemeinsam ein einheimisches Brettspiel spielten.


Schon langsam bekamen wir wieder Hunger. Da kam uns ein netter Shawarma-Laden genau recht! Ob das Essen dort gut war? Schwer zu sagen. Denn unsere „Masala-Chips“ stellten sich als „feurige Chili-Chips mit extra Chili“ heraus. Oh man, war das eine Tortur! 😉 Etwa zwei Taschentuch-Packungen und minutenlang brennender Mund & Nase später, hatten sich unsere Geschmacksnerven endlich erholt, und wir kauften uns in einer Art Open-Air-Restaurant ganz in der Nähe einen guten (!) Kaffee. Auch der kam uns genau recht.


Weil wir die Nacht zuvor im Flieger kaum geschlafen hatten, waren wir bereits am späten Nachmittag schon extrem müde. Auf dem Heimweg quatschte uns noch ein älterer Herr an – woher wir denn kommen. Wir hatten ein wirklich nettes Gespräch mit ihm und wurden herzlich von ihm in Tansania willkommen geheißen. „KARIBU! Welcome to Tanzania!“.

Dachterrasse Hotel Chelsea
Dachterrasse Hotel Chelsea

Wir entschlossen uns, den restlichen Tag/Abend auf unserer Hoteldachterrasse ausklingen zu lassen. Mit einem traumhaften Sonnenuntergang endete unser erster Tag in Tansania. Der erste Tag im Land – und wir fühlten uns schon sehr wohl. Wir waren gespannt, was die kommenden zwei Wochen noch bringen würden.

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