Lesezeit: 7 Minuten

Kurztrip Venedig Teil I: Hilfreiche Tipps zu Anreise, Unterkünften, Corona & Co.

Relativ spontan haben wir im August 2020 unseren Aufenthalt in Venedig gebucht. „Ist wahrscheinlich alles leer, wegen Corona, oder?“, haben wir uns selbst und wurden wir von vielen anderen während unserer Reise gefragt. „Sind gerade viele Touristen? Ist es ruhig?“. Naja, sagen wir so: Wenn man nicht wüsste, wie Venedig vor Corona aussah, würde man vielleicht sogar sagen, es ist viel los. In Wahrheit jedoch war es für diese Stadt unglaublich ruhig. Wir bekamen überall und in allen Lokalen problemlos einen Tisch und konnten mehr oder weniger ohne Anstellen in alle Sehenswürdigkeiten. Es ist gerade definitiv ein guter Zeitpunkt, um sich die Lagunenstadt anzusehen. Alle wichtigen Infos zur Anreise, Unterkünfte und aktuellen Corona-Lage erfährst du hier im ersten Teil unserer Venedig-Blogbeitrags-Reihe….



Sei kein Tagestourist!

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Mach nicht den Fehler und komme als Tagestourist! Wir empfehlen dir unbedingt mindestens eine Nacht zu bleiben. Nur so wirst du in Stadtteile abseits der Massen vordringen, den Markusplatz früh morgens ganz entspannt beobachten, und abends das besondere Flair erleben.

Markusplatz bei Sonnenaufgang
Venedig bei Sonnenaufgang

In Venedig gibt es natürlich Hotels und Pensionen in allen Preisklassen. Ein wirklich tolles Preis-Leistungsverhältnis bietet das Hotel Firenze, in welchem wir 3 Nächte geschlafen haben. (keine Werbung/selbst bezahlt)! Die Lage ist einfach unschlagbar (nur zwei Minuten zum Markusplatz). Das Personal wahnsinnig freundlich und zuvorkommend, und auch die Zimmer waren top sauber. Kosten: 70 Euro pro Person/Nacht inkl. Frühstück.



Corona sei Dank

Wir können und wollen uns einfach nicht vorstellen, wie es aussah, wenn tausende Menschen auf einen Schlag von einem der großen Kreuzfahrtschiffe abstiegen und sich durch die engen Gassen in Venedig zwängten. Die Stadt zählte zu vor-Corona-Zeiten jährlich über 30 Millionen TouristInnen. Pro Tag besuchten etwa 80.000 Menschen die Stadt. Das muss man sich erst mal vorstellen! Viele davon kamen von den Kreuzfahrtschiffen, die direkt im Hafen von Venedig anlegten; teilweise sogar direkt am Markusplatz. Bis zu 600 Schiffe pro Jahr waren das. Für Kreuzfahrt-Touristen, die durchs Mittelmeer schippern, zählte die Fahrt vorbei am berühmten Markusplatz in Venedig zu den absoluten Highlights. Doch seit vielen Jahren schon will man die großen Schiffe aus der Stadt verbannen: denn sie schaden der Bausubstanz und der Umwelt. Nun hat man sie zumindest bis Ende des Jahres 2020 verboten – Corona sei Dank.

Normalerweise bedeutet Sehenswürdigkeiten besuchen in Venedig gleichzeitig auch langes Anstehen. Dies ist aktuell definitiv nicht der Fall. Man merkt, dass die Stadt normalerweise viel größere Massen abfertigen muss, als ganz aktuell zu Zeiten von Corona.

Übrigens: Corona-Regelungen wurden während unseres Aufenthaltes in Venedig wirklich streng eingehalten. Die Italiener nehmen es (und das ist auch gut so!) sehr ernst. Kaum rutschte mir im Vaporetto die Maske unter die Nase, wurde ich sofort darauf hingewiesen. Auch der Sicherheitsabstand wurde wirklich streng eingehalten. Beim Betreten von Sehenswürdigkeiten wurde Fieber gemessen und Hände-desinfizieren war an vielen Orten Pflicht.



Parken

In Venedig gibt es keine Autos, demnach keine Möglichkeiten zum Parken. Am Rande der Lagunenstadt gibt es eines der teuersten Parkhäuser Europas, das Tronchetto. Dafür wurde extra eine künstliche Insel aufgeschüttet um Parkplätze zu schaffen. Sei klug und mach es aber so wie wir: vermeide diese teure Variante und parke in Mestre. Mestre ist nur durch eine lange Brücke von Venedig getrennt und bietet unzählige Parkmöglichkeiten in allen Preisklassen.

Unser Favorit wäre eigentlich das VENICE CITY PARK gewesen. Es wurde auf zahlreichen Reiseblogs empfohlen, kostet nur €5,50/24h, und der öffentliche Bus nach Venedig fährt direkt vor dem Parkplatz weg. Es empfiehlt sich (generell für Parken in Venedig) vorab zu reservieren. In unserem Fall war der Parkplatz leider bereits ausgebucht, weshalb wir uns für das Parcheggio Saba Stazione Venezia Mestre entschieden. Es kostet deutlich mehr (€16/24h), war aber eine tolle Alternative. Es ist ein Parkhaus, welches direkt neben dem Bahnhof von Mestre gelegen ist. Der öffentliche Bus (Linie 2) fährt direkt vor der Einfahrt des Parkhauses weg und braucht nur etwa 12 Minuten bis zum Piazzale Roma. Man kann auch mit dem Zug bis nach Venedig fahren.

Achtung: Das Parkhaus ist sehr eng! Größere Autos könnten Schwierigkeiten haben. Wir haben das Parkhaus bereits vorab gebucht: HIER ONLINE BUCHEN

Plätze waren normal groß. Das restliche Parkhaus jedoch extrem eng bemessen!


Öffentliche Verkehrsmittel

Zu Fuß unterwegs im „Labyrinth Venedig“: Innerhalb der Stadt bewegt man sich am besten zu Fuß. Wenn man so auf die Landkarte blickt, wirken manche Strecken oft super lang. Tatsächlich ist man aber in Venedig am schnellsten unterwegs, wenn man zu Fuß geht. ABER: Venedig mit all seinen kleinen und verwinkelten Gassen kann ein echtes Labyrinth sein.

Mehrmals haben wir uns „verirrt“ und sind am Ende einer Gasse nicht da angekommen, wo wir zuvor geglaubt hätten. Google Maps Navi war unser ständiger Begleiter, und das beobachteten wir auch bei vielen anderen. Als wir am letzten Tag unseres Aufenthaltes ohne Google Maps zurück ins Hotel gefunden haben, waren wir daher richtig stolz!

versteckter Eingang zum Hotel
im Vaporetto
Vaporetto Station

Vaporetto: Will man es bequemer haben, oder hat man doch auch mal längere Strecken zurück zu legen (vor allem auch am Anreise-Tag, wenn du wahrscheinlich mit Gepäck am Piazzale Roma ankommst), kannst du die Wasserbusse nutzen. Das sind Linienboote, die zu fixen Zeiten, im Minutentakt, auf dem Canal Grande und den wichtigsten Nebenkanälen verkehren. Eine Einzelfahrt kostet stolze 7,50 Euro!

ACTV-Pass: Günstiger kommt es definitiv, wenn du dir gleich für den gesamten Aufenthalt eine 24h/48h/72h Karte zulegst. Mit dieser kannst du dann unbegrenzt alle Öffis in Venedig, Murano, Burano aber auch die Busse in Mestre nutzen. Wir haben unseren 72h-Pass gleich vorab für €42 hier online gekauft. Eine weitere Option ist auch der Venice City Pass. Dieser inkludiert z.B auch den Eintritt in den Dogenpalast.

Bus-Station am Piazzale Roma


Was kostet Venedig?

Tipps für günstig Essen & Trinken

Venedig ist teuer. Selten hört man etwas anderes. Doch wir müssen ehrlich gestehen, dass wir es uns viel schlimmer vorgestellt haben. Klar, es ist hochpreisig. Ist man aber beispielsweise Wien-Preise gewöhnt, dann erschrecken einem die Preise in Venedig gar nicht mehr so extrem. Natürlich – gehe ich direkt am Markusplatz in ein Café und bestelle mir einen Cappuccino, bin ich schon gleich mal 16 Euro los, für einen Eisbecher 26 Euro. Doch sucht man sich Lokale abseits der touristischen Plätze, findet man herrliches Essen zu völlig normalen Preisen. In den Seitengassen, wo du sie am wenigsten erwartest, findest du oft die besten Restaurants.

Essensauswahl im „Il Calice“
Pizza im „Il Calice“
Pizzas im „Farini“

Besonders empfehlen möchten wir dir die Bäckerei-Kette „Farini“. Diese gibt es zwei Mal in Venedig. Es gibt dort unheimlich gute, kleine Snacks wie Pizzastücke, Süßspeisen aber auch einfach nur Kaffee zum Mitnehmen: und das alles zu günstigen Preisen! Eine richtig gute und auch günstige Pizza haben wir im „Il Calice“ in der Calle Frezzaria, völlig unerwartet, ganz nahe des Markusplatzes gegessen. (Pizza kostet nur 9 Euro!) Das beste Eis gabs unserer Meinung nach im „Gelato Fantasy“ in der Calle dei Fabbri. Die kleinste Portion (Piccolo, ist aber wirklich groß!) kostet €3. Unser Tipp: Probiert dort unbedingt das Nutella-Eis aus!

Günstig essen im „Il Calice“
Lecker Aperol an der Calle Sangallo
Bestes Eis im „Gelato Fantasy“

Insider Tipp: An der Schnittstelle zwischen der „Sotoportego del Cavalletto“ und der „Calle Sangallo“ ist ein kleiner Platz mit einem netten Cafe. Es ist, trotz der Nähe zum Markusplatz, ein echter Geheimtipp, weil es dort super ruhig ist und man ein wenig abgeschottet vom restlichen Trubel ist.

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren…

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code