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Georgien – Reisebericht: Teil 2 (Tbilisi)

Unser erster Tag in Georgien bzw. auch in Tbilisi war bereits richtig cool. Wir fanden die Stadt auf Anhieb richtig sympathisch und sprachen bereits an unserem zweiten Morgen von einem erneuten Städtetrip in der Zukunft hier her. Du hast Teil 1 und unsere Erlebnisse vom ersten Tag noch nicht gelesen? Du findest den Beitrag hier.

Sameba-Kathedrale mit Blick über Tbilisi

TAG 2: 10.08.2021 Tbilisi

Der zweite Morgen begann für Atti schon gegen 06:00 Uhr. Er startete seinen Tag mit einem Sight-Run: vorbei an der Sameba Kathedrale, weiter durch die Altstadt, bis hinauf zur Narikala Festung, und wieder zurück. Wie schon so oft hat er, während Elsa im Bett noch Schäfchen zählte, die frühen Morgenstunden genutzt, um seine tägliche Einheit Sport zu absolvieren und gleichzeitig von den menschenleeren Straßen zu profitieren.

Generell ein Tipp für alle Sportler*innen da draußen: morgens in den Laufschuhen die so oft menschenleere Stadt erkunden. Dies gilt nicht nur für Tbilisi. Und wenn nicht in Laufschuhen, dann einfach mal richtig früh aufstehen und noch vor dem Frühstück, bei Sonnenaufgang, durch die Straßen spazieren. Glaub uns, manchmal ist es das echt wert. Man nimmt eine Stadt ganz anders wahr!

Nach einem richtig leckeren Frühstück in unserem Hotel (mehr dazu im Reisebericht Teil 1) spazierten wir nochmals zur nahe gelegenen Dreifaltigkeitskirche, die wir am Vorabend bereits richtig schön beleuchtet gesehen haben. Die Sameba-Kathedrale war übrigens die erste Sehenswürdigkeit, die wir aus Georgien kannten, weil sie auf der Titelseite des Reiseführers abgebildet ist. Es ist ein richtig beeindruckendes Gebäude: bis zu 100 Meter hoch und inmitten der Stadt, auf den Elia-Hügel, erbaut. Dadurch ist sie einerseits sehr gut von der Narikala Festung aus zu sehen, und umgekehrt hat man von dort aus eine tolle Sicht weit über die ganze Stadt. Die Kathedrale ist das größte Kirchengebäude im ganzen Kaukasus. Im weltweiten Vergleich ist sie sogar der dritthöchste christlich-orthodoxe Bau.  Für den Besuch im Inneren müssen Frauen ihre Haare bedecken und auch auf kurze Röcke bzw. Hosen sollte man verzichten. Aus diesem Grund haben wir die Kathedrale nicht betreten, da wir keinen Schal oder Sonstiges zum Bedecken mit dabei hatten. Allerdings ist ohnehin vor allem das äußere Erscheinungsbild das Besondere an dem Bauwerk.

Auf dem Platz vor der Kathedrale ließ Atti auch seine Drohne steigen. Davor haben wir natürlich brav beim Wachmann am Haupteingang um Erlaubnis gefragt. Nach kurzem hin und her wurde ein Ausweis verlangt. Da gerade keiner eingesteckt war, wurde vom Security die Seriennummer der Fernbedienung abfotografiert. Wir werteten sein anschließendes Nicken als Zustimmung. 😉

Drohnen in Georgien: Zum Zeitpunkt unserer Reise war keine Registrierung vorab notwendig. Grundsätzlich fragen wir immer an Ort und Stelle nach (bei Polizei, Militär, Security o.ä.) ob es ok ist, zu fliegen. So ist man „auf der sicheren Seite“. Und in den allermeisten Fällen gibt es auch keine Probleme. Generell sind die Drohnengesetze außerhalb Europas meist sehr locker bis nicht vorhanden. 😉

Sameba-Kathedrale

Von der Sameba-Kathedrale führte unser Weg wieder Richtung Altstadt, vorbei an unserer Lieblingsbäckerei, wo wir es ohne ein frisches Brot aus dem Ofen eigentlich nie vorbei schafften. Diese kleinen Bäckereien sind ganz typisch für Georgien: es gibt meist nur eine Sorte Brot, das schiffförmig und traditionell im Steinofen gebacken wird. Extrem günstig, aber extrem knuspig und lecker!

Insider-Tipp: Das Brot am besten frisch essen! Wenn es erst mal ausgekühlt ist und ein paar Stunden vergangen sind, wird es extrem zäh und ist bei weitem nicht mehr so lecker.

Metechi-Kirche und Brücke
perfekter Foto-Spot

Weiter ging es, vorbei an der Metechi-Kirche, über die gleichnamige Brücke, die an der Europakreuzung gelegen ist, bis hin zum I ❤ Tblisi – Sign. Dieses Zeichen, das sich natürlich perfekt als Foto-Spot hergibt, liegt direkt am Fuße des historischen Stadtkerns mit seinen pastell-farbigen Häuschen. Wenn man „What to see in Tbilisi“ googelt, dann tauchen ziemlich rasch Bilder dieses Viertels auf. Bilder von diesen bunten Häusern mit ihren wunderschönen Balkonen. Viele stellen sich deswegen ganz Tbilisi so vor – so auch wir. Spoileralarm: diese Häuschen mit ihren Balkonen reduzieren sich allerdings nur auf dieses kleine Viertel. Außerdem werden einem beim Spazieren durch diese Gassen auch die Photoshop-Künste der Bild-Veröffentlicher bewusst 😉

Insider-Tipp: Den schönsten Blick auf diese Häuser hat man von Oben, bei einer Gondelfahrt zur Narikala-Festung rauf. Die Seilbahn führt direkt über das Viertel.

Bäderviertel Abanotubani

Nach einem kleinen Spaziergang durch die Gassen und einem „Coffee-to-go“, gelangten wir ins Bäderviertel Abanotubani. Hier befinden sich heiße Thermalquellen, die seit über 700 Jahren als Schwefelbäder genutzt werden und bis heute aufgrund ihrer markanten Dachkuppeln auffallen. Dieses Viertel ist irgendwie ganz anders als der Rest von Tbilisi: vor allem viele nicht-georgische Volksgruppen haben sich hier angesiedelt, und auch die einzige Moschee der Stadt befindet sich dort. Das wohl bekannteste Schwefelbad erinnert ebenfalls eher an eine persische Moschee als an Georgien.

Die insgesamt zwei Kilometer lange Wegstrecke von der Sameba Kathedrale bis zu den Schwefelbädern legten wir gemütlich zu Fuß zurück. Alternativ kann man sich aber natürlich auch günstig ein Yandex holen. Diese sind in Tbilisi sehr günstig. Rund um das „I ❤ Tblisi – Sign“ gibt es zahlreiche Restaurants und Cafes.

auf den bekannten Dachkuppeln
Schwefelbad in Abanotubani

Vor unserer Reise bekamen wir von einem Instagram-Follower die Info, es befände sich eine der ältesten Bäckereien des Landes in der Gegend. Wir beschlossen die Karawanserei Bakery aufzusuchen. Die Adresse in Maps eingetippt und der Ansage gefolgt, standen wir jedoch plötzlich vor einem Haus mit der Aufschrift “Museum”. Wir waren uns, auch nach Betreten des Gebäudes, nicht sicher, ob wir hier richtig waren. Nach mehrmaligem auf-und-ab Laufen fanden wir schließlich einen Abgang in ein Kellergewölbe. Dieser befand sich fast gegenüber des Museums. Damit lagen wir goldrichtig und landeten inmitten des Verkaufsraums der Backstube. Leider war es bereits nach Mittag, weshalb die Auswahl nicht mehr ganz so groß war. Wir entschieden uns für 2 gefüllte Teigtaschen. Eine süße Variante mit Quark gefüllt, und eine mit Käse. Versucht doch auch ihr euer Glück, und berichtet uns wie es war.

Snacks aus der Karawanserei Bakery

Insider-Tipp: Wenn ihr durch die Altstadt flaniert, haltet unbedingt Ausschau nach den Gaszählern und Postkästen. Diese wurden von mehreren Künstlern liebevoll bemalt und gestaltet. Am Gehsteig unweit des Cafe Coffeesta in der Kote Afkhazi Street findet sich auch eine Litfaß-Säule. Darauf ist eine Karte zu sehen, wo die Orte der Kunstwerke eingezeichnet sind.

Für den Nachmittag entschieden wir uns für eine weitere Sehenswürdigkeit: die Chronicles of Georgia, einem Monument, etwa 15km außerhalb der Stadt Tbilisi. Das Bauwerk besteht aus 16 Säulen mit einer Maximalhöhe von 35 Metern und stellt neben diversen Königen und Königinnen auch das Leben Jesu dar. Da es etwas abgelegen liegt, ist man, um dort hin zu gelangen, auf ein Fahrzeug/Taxi angewiesen. Der Eintritt ist dafür kostenlos. Der Architekt hat hier versucht, 3000 Jahre Geschichte Georgiens in einem Denkmal zu vereinen. Es ist ein ganz besonderer Ort, der einen definitiv ins Staunen bringt, und wir können es euch nur empfehlen!

Chronicles of Georgia

Hinter dem Denkmal befindet sich der Tbilisi-See, der mit seiner schönen türkisen Farbe zum Baden einlädt. Insgesamt verbrachten wir etwa eine Stunde bei diesem Monument, bis wir uns wieder ein Yandex zurück in die Stadt riefen. Bei der Rückfahrt erwartete uns eine Überraschung: ganz plötzlich stoppte unser Fahrer und meinte, er würde sich nur schnell ein Wasser kaufen. Daraufhin folgte ihm Atti in den kleinen Shop, auf der Suche nach zwei Dosen kühlem Coke Zero. Also Atti bezahlen wollte, nahm der Kassier aber kein Geld an! Was da los war? Atti drehte sich um und bemerkte ein Winken vom Yandex-Fahrer – er hatte uns einfach auf die Cola eingeladen. Nette Gesten wie diese erlebten wir von den Georgiern immer wieder!

Tbilisi-See

Abendessen hatten wir im Pasanauri, in der Nähe der Metechi-Brücke. Die Innenausstattung wirkt rustikal mit viel Holz, und auf dem ersten Blick nicht recht einladend. Doch die Bedienung war schnell da – fast zu schnell für Atti! Denn bei der großen Auswahl brauchte Atti wieder extra lange für die Auswahl! 😉 Wir entschieden uns obligatorisch für ein Adjarian Khachapuri, Chicken-Kebab, Bohnenmus und verschiedenste Khinkali. Das Essen war gut und auch echt preiswert! Wir können das Restaurant sehr empfehlen.

Abendessen im Pasanauri
Abendessen im Pasanauri

Nach dem Abendessen ging es mit dem Yandex zurück ins Hotel. Auch der zweite Tag in Georgien bzw. Tbilisi war wieder richtig intensiv und wir haben echt viel gesehen. Die Stadt hat viele unterschiedliche und abwechslungsreiche Dinge zu bieten und es gäbe noch viele Plätze, die wir uns ansehen wollten. Doch für den dritten Tag im Land hatten wir vorerst andere Pläne. Es ging für uns in den Norden Georgiens, in das auf 1700m gelegene Örtchen Stepanzminda. Dazu bald mehr…

To be continued… im „Reisebericht Teil 3“!


Das Wichtigste von Tag 2 auf einem Blick:

  • Sameba-Kathedrale: gratis Eintritt. Das Gelände ist täglich von 8 bis 22 Uhr geöffnet.
  • Ein frisches georgisches Brot aus dem Steinofen: 1,20 GEL (ca. 0,30 €)
  • Süßes/Saures Gebäck in der Karawanserei Bakery: 2 GEL pro Stück (ca. 0,50 €)
  • Yandex vom „I love Tbilisi“-Sign zur Sameba Kathedrale: 6 GEL (ca. 1,50 )
  • Yandex vom „I love Tbilisi“-Sign zu den Chronicles of Georgia: 9 GEL (ca. 2,25 €)
  • Chronicles of Georgia: gratis Eintritt & rund um die Uhr geöffnet.
  • Abendessen im „Pasanauri“ inkl. Getränke für 2 Personen: 57 GEL (ca. 14,20 €)

Hier auch noch mal der direkte Link zum Reisebericht Teil 1.

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