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Georgien (Gergeti-Kloster) – Reisebericht: Teil 4

Und somit sind wir schon beim vierten Teil unserer Kaukasus-Reisebericht-Reihe. Alles rund um unsere Anreise nach Georgien und die Hauptstadt Tbilisi gibt’s bereits im Teil 1  und Teil 2. Im dritten Teil erzählen wir von unserem ersten Tag in Stepanzminda, der mit ziemlich viel Alkohol endete! 😉 Der folgende Tag begann daher erstmal mit angezogener Handbremse. Mehr dazu hier…

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Tag 4: 12.8.2021 Gergeti-Kloster

Die Schnäpse des Abends zuvor hinterließen deutlich ihre Spuren! Dementsprechend gerädert saßen wir morgens am Frühstückstisch… Atti hatte dennoch schon seine Laufschuhe an und war hoch motiviert für die anstehende Wanderung. Elsa hingegen war gedanklich bereits dabei, zuhause im Bett zu bleiben. Zu unserer Überraschung gab es jedoch hausgemachte Pancakes, Marmelade, frisches Obst und georgischen Hirtenkäse mit Gebäck von unserem Host. Sehr aufmerksam, da wir eigentlich ohne Frühstück gebucht hatten. Somit kam auch Elsa langsam in die Gänge… (Mehr zu unserer Unterkunft Kazbegi Guide gibt’s hier…)

Schlussendlich lautete unser Plan wie folgt: Atti läuft schon mal los und bewältigt den Anstieg bis zum Plateau der Gergetier Dreifaltigkeitskirche zu Fuß. Elsa schaut sich währenddessen im Tal nach Taxis um, und versucht auf diese Weise, den Berg zu „erklimmen“.

Wanderung vs. Taxi

Der erste Teil der Wanderung führt durch den Ort Gergeti, auf der anderen Uferseite des Flusses Terek. Einige Kühe kammen Atti entgegen. Ansonsten waren keine weiteren Menschen zu sehen. Erst danach begann der eigentliche Aufstieg. Zwischen Felsformationen schlängelt sich der Pfad und wechselt zwischen losen Schieferplatten und Schotter. Trittsicherheit sollte auf alle Fälle gegeben sein. Im saftigen Gras der Hügellandschaft kann man Kühe, Schafe und sogar Pferde sehen.

Nach zwei, drei Kehrtwenden kann in der Ferne bereits der Gipfel des mächtigen Kasbek bestaunt werden. Eine unfassbar tolle Landschaft! Schnell wurde das Smartphone auf dem Mini-Stativ platziert, und der Timer auf 10 Sekunden gestellt. “Klick!” Schade, dass die Wanderung nach 4km und etwa 50 Minuten bereits vorbei war.

Info: Der Höhenunterschied zu Gergeti beträgt rund 425 Meter. Laut Wanderkarte werden 1,5h für die Route vorgesehen. Durch teilweise recht steile Anstiege wird der Wanderweg als mittel eingestuft.

Auf 2160 Meter Höhe, am Fuße der Gergetis Sameba, wie das georgisch-orthodoxe Bauwerk in der Landessprache heißt, versammelten sich etliche Kühe auf der Weide. Auch riesige georgische Schäferhunde (Nagazi) bewachten das Gotteshaus. Doch wo war Elsa? Da wir lokale SIM-Karten hatten, konnten wir in Kontakt bleiben. Elsa stand vor folgendem Problem: Die Straße zur Kirche war sehr unwegsam und nur per Allradfahrzeug zu bewältigen. Dies wissen die Taxifahrer natürlich und verlangen dementsprechend saftige Preise. Doch 30 Euro für ein Taxi? Für diese kurze Strecke?

Es wurde nach Fahrzeug gerechnet, weshalb Elsa auf die Suche nach anderen Tourist*innen ging, mit denen sie sich ein Taxi teilen könnte. Doch leider war gerade niemand in der Nähe. Doch dann traf Elsa auf ein Paar aus Luxemburg, welches ursprünglich mit dem eigenen Mietwagen selber zur Gergeti-Kirche rauffahren wollte, doch von den Einheimischen daran gehindert wurde, da sie kein 4×4 Auto hatten. Also teilten sich Elsa und die beiden ein Taxi, womit es nur noch 10 Euro pro Person waren.

Elsas abenteuerliche Fahrt zum Kloster

Oben angekommen war Elsa heilfroh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Die Fahrt war mindestens genauso spektakulär wie die Wanderung bei Atti. Flussdurchquerungen und nicht existente Straßen waren präsent. Lediglich die letzten paar hundert Meter vor dem Ziel waren asphaltiert. Doch es hat sich gelohnt: Der Ausblick von dort oben ist atemberaubend!

Gergetier Dreifaltigkeitskirche

Die Dreifaltigkeitskirche stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde vor einigen Jahren durch eine Terrasse erweitert, die einen spektakulären Blick runter auf Stepanzminda und die dahinterliegenden Berge bietet. Wir standen gefühlt ewig an dem Geländer und starrten ins Tal. Hinter uns thronte der gigantische Kazbeg mit seinen 5041 Metern. Bei dieser Kulisse warteten wir gerne einige Minuten, bis der Platz menschenleer war, um einige Fotos zu schießen.

Der Eintritt zur Kirche ist frei. Es gibt sogar einen kleinen Souvenirshop, WC-Anlagen und einen Trinkwasserbrunnen. Gut zu wissen, wenn man vor hat, von hier aus weiter zu wandern, oder wie etliche Tourist*innen, sogar hier im Gebirge zu campen. Eine Wanderroute, die wir vorab gefunden hatten, klang besonders interessant.

Von der Kirche nördlich schlängelt sich ein Pfad weiter die Berge hoch. Dieser führt unter anderem zum Fuße des sog. „Kazbek Glaciers“. Dieser soll sehr empfehlenswert sein. Aus Zeitgründen wurde diese Idee jedoch leider wieder verworfen. Eine Wanderung dauert gute 5-6 Stunden. Doch Atti konnte es sich nicht nehmen, zumindest die ersten hundert Höhenmeter hinauf zu laufen, um Fotos von der Gergeti-Kirche aus der Vogelperspektive zu machen.

Ins Tal gelangen wir wieder wie nach oben. Elsa mit dem Taxi (dieses Mal kostenlos!) und Atti lief wieder den Wanderpfad nach unten. Zurück in Stepanzminda war es schon kurz nach Mittag. Unser Weg führte uns zum Bäcker: die Düfte aus der Backstube waren einfach unwiderstehlich! Wir nahmen zwei ”Lobiani”: ein Baguette-förmiges Brot gefüllt mit Bohnenpaste.

Anschließend spazierten wir zurück in unsere Unterkunft. Auf dem Weg begegneten uns immer wieder freilaufende Pferde, die teilweise auch total zugänglich waren. Pferdeliebhaber kommen in Stepanzminda mit Sicherheit auf ihre Kosten! 😉 Der Nachmittag wurde dann für Erholung genutzt. Neben einem ausgiebigem Powernapp und Zeit mit unserem Gasthund „Bobby“ stand nur mehr Abendessen am Programm. Dieses mal im MYOBJEKT. Das Restaurant, welches gleichzeitig auch eine Unterkunft ist, befindet sich am Rande von Stepanzminda und wirkte auf uns neu und modern. Es bietet neben kleinen Häuschen zum Übernachten auch einen Pool und eine Dachterrasse mit spektakulärem Bergpanorama. Wir bestellten erneut ein “Lobiani”, also wieder Brot mit Bohnenpaste – dieses Mal in Pizzaform. Und eines mit Käse und Kartoffeln gefüllt – “Khabizgina” genannt. Dazu noch 5 Stück Khinkali mit Pilzen.

Atti mit unserem Gasthund „Bobby“
Abendessen im MYOBJEKT

Mit vollem Magen spazierten wir zurück in unsere Unterkunft und packten unsere Rucksäcke. Denn am nächsten Morgen sollte es schon wieder weitere gehen mit unsere Reise. Wohin?

To be continued… im „Reisebericht Teil 5“!


Das Wichtigste von Tag 4 auf einem Blick:

  • Einkäufe im Supermarkt (Drinks): 5 GEL
  • Taxi von Kazbegi zum Gergeti-Kloster: 30 GEL -> solltet ihr nicht völlig k.o von einer Party am Vortag sein, dann empfehlen wir euch definitiv die Wanderung rauf, anstatt einem Taxi!
  • Eintritt zum Gergeti-Klooster ist frei. Es gibt Trinkwasserbrunnen + WC-Anlagen.
  • 2 Lobiani beim Bäcker im Ortskern von Stepanzminda: 6 GEL
  • 1 Coffee to go beim Imbiss im Ortskern: 2,50 GEL
  • Abendessen im MyObjekt: 42 GEL (21 GEL pro Person)

Hier auch noch mal der direkte Link zum Reisebericht Teil 1, Reisebericht Teil 2 und Reisebericht Teil 3.

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