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Roadtrip Slowenien Teil II: Vom Soca-Tal, über den Vrsic Pass bis nach Kranjska Gora

Nachdem wir dir nun bereits in einem Blogbeitrag unsere allgemeine Roadtrip-Route durch Slowenien vorgestellt haben, und über unsere Unterkünfte, Ausgaben und die Corona-Situation vor Ort berichtet haben (kannst du hier nachlesen), wollen wir dir in diesem Blogbeitrag nun etwas über einen Teil unserer Reise genauer erzählen: unserem absoluten Roadtrip-Highlight! Dem Soca-Tal. Auch über Kranjska Gora und den Vrsic-Pass berichten wir hier. Warum diese Region keinesfalls auf deinem Slowenien-Roadtrip fehlen darf, erfährst du hier…

italienisches Beinhaus in Kobarid


Soca: türkise Schönheit

Wenn man das erste Mal diesen Fluss erblickt, hat man ständig das Gefühl, irgendeinen coolen Instagram-Filter auf den Augen zu haben. Die Farbe des Flusses ist so unwirklich schön, dass man es kaum glauben kann: glasklares, türkisfarbenes Wasser, eingebettet in atemberaubender Natur. Das war definitiv Liebe auf den ersten Blick, als wir das erste Mal am Fluss standen!

Die Soca (im italienischen auch Isonzo genannt) entspringt im Nordwesten Sloweniens in den Julischen Alpen. Sie hat eine Länge von 140 km und mündet schließlich in den Golf von Triest. Die Quelle liegt im Nationalpark Triglav (dem einzigen Nationalpark Sloweniens) nahe dem Vrsic Pass.


Ein Traum für Abenteurer

Entlang des Flusses, im Soca-Tal, kommen AbenteuerInnen voll auf ihre Kosten! Wanderungen zu Wasserfällen, Kajakfahren, Rafting, Canyoning, Hängebrücken, Ziplining, Mountainbiken, und sogar Paragliding und Bungee Jumpen kann man hier!


Stopps entlang der Soca

Entlang des Soca-Tals gibt es einige schöne Orte, wo sich ein Zwischenstopp lohnt. Grundsätzlich ist es egal, ob du von Süden nach Norden reist oder umgekehrt, und in welchem Ort du nächtigst. Wir jedenfalls sind vom Süden (Piran) aus gekommen.

Das erste Mal auf die Soca trafen wir schon relativ bald, und zwar nördlich der Region Nova Gorica. Die Straße führt hier einige Kilometer direkt am Fluss entlang. Allerdings ist man hier noch wenig beeindruckt: das Wasser sieht nicht besonders aus, schon garnicht Türkis.

Dabei sind wir zum Beispiel bei Kanal ob Soci vorbei gekommen. Die Steinbrücke erinnerte uns ein wenig an Mostar. Der kleine Ort mit seinen bunten Häuschen ist definitiv einen kurzen Halt wert. Einige Kilometer weiter nördlich kommt man in den Ort Tolmin, wo sich die Tolmin Schlucht befindet. Die Wanderung dort hin soll wohl wunderschön sein. Leider konnten wir sie aus Zeitmangel nicht besuchen.


Kobarid

Von Tolmin sind es schließlich nochmals rund 20 km, bis man nach Kobarid gelangt. Es ist wohl der bekannteste und bedeutendste Ort des Soca-Tals. Auch unser Campingplatz befand sich nur wenige Minuten außerhalb des Ortes. Wir haben im Kamp Lazar genächtigt, was sich direkt an der Soca befindet. (mehr Infos zu Preis etc in unserem Blogbeitrag hier) Nur 2-3 Gehminuten vom Camp entfernt ist die bekannte Hängebrücke, von wo aus zahlreiche Wanderungen starten.

Eine Wanderung führt zum Kozjak Wasserfall („Slap Kozjak“). In nur etwa 30-45 Gehminuten erreichst du diesen wunderschönen Wasserfall. Zuvor wanderst du durch mystische Schluchten und wirklich sehr schöne Natur! Die Lage des Wasserfalls, inmitten der kleinen Höhle, ist wirklich besonders.

Tipp: Geh früh morgens los, um allein dort anzukommen. Wir sind bereits vor 8 Uhr los und hatten es schön ruhig. Bei unserem Weg zurück waren schon sehr viele Leute unterwegs. Außerdem musst du erst ab 9 Uhr Eintritt zahlen (bis 20 Uhr abends). Kosten: 4 Euro

auf dem Weg zum Kozjak-Wasserfall
Kozjak-Wasserfall
Kozjak-Wasserfall
Abendstimmung

Nur wenige Gehminuten vom Kamp Lazar befindet sich auch die steinere Napoleonbrücke. Ein toller Foto-Hotspot! Auch direkt in Kobarid gibt es noch einiges zu entdecken. Zum Beispiel das Museum von Kobarid, welches angeblich auf sehr spannende Art und Weise die Geschichte des Ortes erzählt. Leider mussten wir auch dieses ToDo aus Zeitmangel auslassen. Infos zu Eintritt und Öffnungszeiten hier: Museum Kobarid

Napoleonbrücke
italienisches Beinhaus

Was wir uns in Kobarid jedoch schon angesehen haben, ist das italienische Beinhaus. Überreste von über 7.000 bekannten und unbekannten gefallenen italienischen Soldaten, die während des Ersten Weltkrieges im Soca-Tal kämpften, wurden in das Beinhaus gebracht. Das Militärdenkmal wurde 1938 eröffnet.

Fährt man von Kobarid noch weiter Richtung Norden, gibt es noch weitere Ortschaften, die es sich zu besuchen lohnt. Leider hatten wir keine Zeit mehr. Uns wurde aber gesagt, dass Bovec besuchenswert ist. Vor allem, wenn du für eines der Abenteuer-Aktivitäten gekommen bist. In dieser Region befindet sich übrigens auch der „Slap Boka“, der höchste Wasserfall Sloweniens. Da wir zuvor schon auf mehreren Blogs gelesen haben, dass er wohl eher enttäuschend ist, haben wir ihn ausgelassen.


Traurige Geschichte

Historisch gesehen ist das Soca-Tal äußerst bedeutend. Dass diese wunderschöne Region eine so dunkle Vergangenheit hat, wissen wohl die Wenigsten. Während des ersten Weltkrieges, zwischen 1915 und 1917, wurden im Soca-Tal die „12 Isonzo-Schlachten“ ausgetragen. Bei den schweren Kämpfen starben insgesamt über 1 Million Menschen.

Auch Pfade, Wege und Straßen, die heute in dieser Region zum Wandern oder Radfahren einladen, entstanden zu dieser Zeit. Auch der Vrsic Pass, der von russischen Kriegsgefangenen gebaut wurde. Vor allem im Winter 1916 sind hier viele gestorben, nicht jedoch durch Feindeinwirkung, sondern durch Lawinen. Diesen Part der Geschichte erfährt man, wenn man die „Ruska kapelica“ besucht, die sich auf der Nordseite des Vrsic befindet. Bei einem Lawinenunglück 1916 kamen dort etwa 400 russische Kriegsgefangene ums Leben, und die Russenkapelle soll heute noch an das Unglück erinnern.

Russische Kapelle

Ruska Kapelica: Zeit braucht man hier nicht viel einplanen. 5-10 Minuten sollten reichen. Es gib einen kleinen Parkplatz am Fuße der Kapelle.


Vrsic Pass

Die meisten nutzen die Besichtigung der Russenkapelle als Zwischenstopp auf dem Weg rauf auf den Vrsic Pass. Dieser verbindet den Ort Trenta an der Soca mit Kranjska Gora auf der anderen Seite. Da es bei uns schon den ganzen Tag geregnet hat und es auch neblig war, haben wir auf die Weiterfahrt verzichtet. Ansonsten sollte man dort oben eine traumhafte Aussicht haben. Man kann den Pass von beiden Seiten befahren: von Kranjska Gora aus auf der Nordseite, aber auch von der Südseite kommend aus dem Soca-Tal. Im Winter ist der Pass gesperrt, und auch im Sommer ist er nur etwas für „geübte Autofahrer“ wurde uns gesagt. 😉

Vrsic Pass – Höhe Russische Kapelle
Jasna-See

Kommst du aus dem Soca-Tal über den Vrsic Pass, und willst nach Kranjska Gora, fährst du vermutlich beim malerischen Jasna-See vorbei. Wir haben hier kurz Halt gemacht, da die Kulisse hier um den kristallklaren See echt wunderschön wäre. Ja, wäre. Denn das Wetter war bei uns leider alles andere als einladend. Ein paar Fotos haben wir dennoch geschossen. Auch mit der Steinbock-Statue, dem Wahrzeichen des Sees.

Jasna-See

Kranjska Gora

Und schließlich gelangt man nach Kranjska Gora. Der Ort ist sowohl für sämtliche Wintersportarten bekannt, als auch im Sommer für seine zahlreichen Wanderwege. Nur fünf Minuten mit dem Auto ist auch der Zelenci-See entfernt. Viele nutzen die Holzstege durchs Sumpfgebiet für einen netten Spaziergang. Auch einen Aussichtsturm soll es geben.

am Campingplatz „Spik“ in Kranjska Gora

Ihr seht, es gibt in der Region rund um das Soca-Tal soooo viel zu sehen. Man weiß gar nicht, was man sich zuerst ansehen soll oder was man zuerst unternehmen soll. Wir haben auf unserem Roadtrip viel zu wenig Zeit gehabt. Keine Frage – wir kommen wieder. Denn es warten noch so viele schöne Flecken auf uns!


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