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„MAKE FUFU NOT WAR!“ – Was man in Ghana isst…

Wir lesen immer wieder, dass die ghanaische Küche sehr abwechslungsreich ist. Echt jetzt? Das soll uns mal einer genauer erklären. Wir stimmen dem jedenfalls nicht unbedingt zu. Auch nach all den Jahren sind wir, mit wenigen Ausnahmen, keine Fans der ghanaischen Kost geworden. Nichts desto trotz möchten wir euch in diesem Beitrag nicht vorenthalten, was in Ghana gegessen wird.

In den meisten Regionen Ghanas wird noch ganz traditionell und einfach gekocht: mit einem Topf über einer offenen Feuerstelle.


Pizza, Burger und co

Gleich zu Beginn möchte ich darauf hinweisen, dass es mittlerweile natürlich auch in Ghana Pizza, Burger und co. gibt. Zwar hat McDonalds noch keinen weg in das Land gefunden, doch diverse Fastfood-Ketten wie KFC und andere Restaurants gibt es auch in ghanaischen Großstädten bereits. Dennoch möchte ich in diesem Artikel auf die „traditionellen“ Gerichte Ghanas eingehen: die Speisen, die vom Großteil der Bevölkerung auch tagtäglich gegessen werden. Denn Gerichte wie diese (s. Bilder unten) können sich ohnehin nur die Superreichen oder TouristInnen leisten.

Bei einem längeren Aufenthalt ist eine Pizza zwischendurch ein absolutes Highlight!
Burger in Accra
Frühstück in den meisten Unterkünften: Omlette, Toast, Früchte, und auch Kaffee gibt es!
Hühnchen mit Jollof-Rice in einem Restaurant in Accra

Besteck? – ähm…

Gegessen wird in den meisten Teilen Ghanas mit den Fingern. Das hat nichts damit zu tun, dass die Bevölkerung so arm ist und sich kein Besteck leisten könnte. Vielmehr hat es mit Tradition zu tun. Es gehört einfach dazu. Es ist auch nicht unüblich, in einem schicken luxuriösen Restaurant in der Stadt zu sitzen, und ghanaische Gerichte mit den Fingern zu essen. Hierzu bekommt man eine Schüssel Wasser zum Händewaschen selbstverständlich mit dazu.

Ein Schüler in der Mittagspause beim Wakyee-Essen
Auch diese beiden Jungs genießen ihren Jollof-Rice mit den Fingern…
Auch Elsa isst meistens mit den Fingern 🙂

Wir unterteilen Ghanas Küche gerne in 3 Kategorien: Brei mit Suppe, Reisgerichte, Kartoffel-ähnliches. Zu all diesen Basis-Gerichten wird dann manchmal auch Fleisch gegessen: Hühnerfleisch, Ziegenfleisch, Schnecken, oder auch Fisch. In vielen Fällen befindet sich dieses dann in einer Suppe. Grundsätzlich essen die GhanaerInnen aber eher wenig Fleisch. Fisch gibt es vor allem in den Küstenregionen. That’s it! Nun gut – folgendes wird in Ghana am häufigsten gegessen:

Aus den Früchten der Ölpalme wird das bekannte rote Palmöl hergestellt, welches zum Kochen verwendet wird.

make Fufu – not war

Für den Großteil der GhanaerInnen ist Fufu wichtiger Bestandteil des Tages. Es gibt Personen, die essen es 7x die Woche. Fragt dich jemand, ob dir Fufu schmeckt, dann antwortest du am besten mit „Ja!“, auch wenn du nicht dieser Meinung bist. Die GhanaerInnen schwören nämlich auf ihr Nationalgericht, weswegen sich in den vergangenen Jahren auch der lustig gemeinte Spruch „Make Fufu – Not war“ etabliert hat. Du kannst dir sogar T-Shirts davon kaufen. Was ist Fufu? Fufu ist ein Brei aus Cassava und Kochbananen, und wird in mühsamer Handarbeit mit einem langen Holzstab gestampft – minuuuuuuten lang (gefühlt: stuuuuundelang. 😉 ) Die Konsistenz ist Kaugummi-artig und für unseren europäischen Magen eher gewöhnungsbedürftig. Geschmacklich gibt der Brei nicht viel her, weshalb man Fufu mit verschiedenen Suppen isst. So gibt es eine Art klare Suppe, Groundnut-Suppe, Palmnut-Suppe oder Green-Leave-Suppe.

links: Fufu / rechts: Suppe
Fufu mit Suppe und Fisch
Fufu stampfen: Minutenlang werden die Zutaten zu einem Brei zerstampft…

Banku / Kenkey

Banku oder auch Kenkey sind beides ein weiterer Brei, der in Ghana liebend gerne gegessen wird. Hergestellt werden sie aus fermentiertem Maismehl, zu Kugeln geformt, und in Mais-oder auch Bananenblättern eingewickelt. Auch hier isst man eine Suppe dazu. Vor allem bei Atti dreht sich beim Gedanken an Banku der Magen um. Er ließ sich nächtens nämlich das Banku noch mal durch den Kopf gehen. (wortwörtlich! 😉 )

Bevor das Banku hergestellt werden kann, müssen die Maiskörner abgetrennt werden.
Lizzy beim Kochen von Banku
links: Suppe / rechts: Banku, eingepackt in Plastik

Yam/Kochbananen/Cassava

Ein Gericht, von dem vor allem Elsa nicht genug bekommen kann (ganz ehrlich!), ist gekochte Yam-Wurzeln mit Kontomire-Stew. Yam schmeckt gekocht in etwa so wie Kartoffeln und ist unserem europäischen Essen wohl am ähnlichsten. Auch Kochbananen werden in Ghana häufig serviert: diese haben geschmacklich jedoch nichts mit Bananen zu tun. Plantains, wie sie in Ghana heißen, schmecken ebenfalls Kartoffel-ähnlich, und werden mit einer Stew, einer Mischung aus Soße und Eintopf, gegessen. Eine weitere Wurzel, die gekocht mit Stew serviert wird, ist Cassava.

rechts: gekochte Yamwurzel / links: Tomaten-Ei Soße
links: gekochte Plantains, rechts: „cocoyam-leaves stew“
Kochen ist in Ghana meist ein sehr langwieriger Prozess…

RedRed

Auch „RedRed“ findet man auf jeder einheimischen Speisekarte. Es besteht aus Kochbananen, die mit einer Art Eintopf gegessen werden. Dieser besteht aus Bohnen und Palmöl. Daher kommt auch der Name: vom roten Palmöl. Für unseren Geschmack eines der besten Gerichte in Ghana!

Red Red

Wakyee, Jollof und andere Reisgerichte

Glücklich sind wir vor allem immer dann, wenn uns ein Reisgericht serviert wird. Vor allem der sogenannte Jollof Rice ist in jedem Restaurant zu finden: Reis, der in Tomatensoße gekocht wird, und so seine rötliche Farbe erhält. Vor allem ist er aber auch eines: scharf. Die Ghanaer lieben ihr „Pepe“, wie sie es nennen: Chili kommt in jedes Gericht, und es wird nicht sparsam damit umgegangen.

Jollof Rice mit Hühnchen – mmhhhh!

Ein weiteres Reisgericht, welches vor allem in ländlichen Regionen weit verbreitet ist, ist Wakyee [watschi]. Hier wird Reis mit einem bestimmten Gewürz gekocht, und mit roten Bohnen und einer scharfen Tomatensoße vermischt. Wakyee ist super lecker, wie wir finden, und vor allem Elsa liebt das Gericht.

Wakyee mit scharfer Tomatensoße
Plain Rice mit Fisch,-Tomante,-Ei- Soße

Das sind nur einige Varianten vieler Brei-, Wurzel-, und Reis- Gerichte. Warst auch du schon mal in Ghana? Welches dieser Gerichte hat dir am besten geschmeckt, und bei welchem verdreht sich heute noch dein Magen? 🙂 Erzähl es uns in den Kommentaren!


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