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Alles, was du für eine Reise in den Iran wissen musst

Der Iran ist kein typisches Reiseziel. Eine Reise in das Land ist bestimmt nichts, was man so schnell einmal, ganz spontan und ohne Planung, unternimmt. Es ist daher wichtig, sich gut vorzubereiten, damit man in keine peinlichen Fettnäpfchen tritt bzw. man niemanden im Land verärgert. Dieser Beitrag soll dir bei deiner Vorbereitung einer Reise in den Iran helfen…

Atti im Golestan-Palast in Teheran


Visa und Einreise

Für eine Reise in den Iran benötigst du ein gültiges Visum. Dies kann (für Österreicher) bei der iranischen Botschaft in Wien beantragt werden. Hierfür wurde im vergangenen Jahr die Online-Registrierung eingeführt. Diese soll den Visa-Prozess um einiges unkomplizierter machen, als ihn wir vor rund drei Jahren noch erlebt haben. Erkundige dich am besten beim Auswärtigen Amt über aktuelle Vorgehensweisen.

Auch ein Visa-on-Arrival für EU-BürgerInnen soll es nun geben, zu welchem uns damals noch aufgrund sehr langer Wartezeiten am Flughafen eher abgeraten wurde. Heute soll es ziemlich problemlos funktionieren. Du benötigst dafür: deinen Reisepass (noch mind. 6 Monate gültig und darf keinen Israel Stempel enthalten!), 75 Euro in bar, eine Hotel-Reservierung inkl. Adresse (dafür reicht schon eine Nacht), und eine schriftliche Bestätigung deiner Auslands-Krankenversicherung (hier muss explizit angegeben sein, dass sie auch für den Iran gültig ist).

Elsas‘ Visum 2017

Flüge

Flüge in die iranische Hauptstadt Teheran (IKA) sind ziemlich günstig! Je nach Fluglinie bezahlst du aktuell von München zwischen 250 Euro und 350 Euro, von Wien zwischen 220 und 380 Euro. Mit der türkischen Billig-Airline Pegasus mit Zwischenhalt in Istanbul kommst du wahrscheinlich am günstigsten davon. Auch wir haben 2017 diese Variante gewählt und können es weiter empfehlen. Willst du keinen Zwischenstopp, dann ist die Option mit Austrian Airlines das Richtige für dich!

im Landeanflug über Teheran

Kleidervorschriften

Im Iran gilt die Scharia. Dies bedeutet, dass sich alle an die islamische Kleiderordnung halten müssen. Für Frauen heißt das, dass sie in der Öffentlichkeit alle Körperteile außer Hände, Füße und Gesicht bedecken müssen. Dies gilt auch für Touristinnen. Dabei darfst du dir aber keine Burkas oder Niquabs vorstellen. Während unserer gesamten Reise haben wir nur insgesamt sechs Frauen gesehen, die ganz verhüllt waren. Im Iran ist es eher üblich, das Kopftuch ganz locker am Hinterkopf sitzend zu tragen. Vor allem in den Städten wird die Kleiderordnung nicht so ernst genommen. Die Iranerinnen reizen den Spielraum so weit aus, soweit es die Gesetze eben zulassen.

Ein Schal, der ganz locker um den Hinterkopf gelegt wird. Auch das zählt als Kopftuch!
Frauen im schwarzen Tschador

Am Land ist der Tschador sehr verbreitet: ein langes schwarzes Tuch, welches man um den Körper dreht und vorne mit den Händen zusammen hält. Besuchst du bestimmte Moscheen oder heilige Orte, kannst du dir beim Eingang einen Tschador ausborgen, welchen du beim Verlassen wieder abgibst.

Elsa mit ihrem geliehenen Tschador

Befindest du dich zu Hause bei einer Familie oder in deinem Hotelzimmer, kannst du das Kopftuch natürlich ablegen. Nur streng gläubige Muslima verhüllen sich auch zu Hause, wenn sich ein Mann im Haus befindet, der nicht zu den engen Familienangehörigen gehört. Bei Ehemann, Vater oder Bruder legen auch sie es ab. Verlässt du dein Hotelzimmer, auch wenn es nur der Gang zur Rezeption ist, musst du allerdings das Kopftuch tragen.

In den eigenen vier Wänden tragen die wenigsten Frauen ihre Kopftücher…

Beste Reisezeit für den Iran

Der Iran ist ein sehr vielseitiges Land. Nicht nur im kulturellen oder historischen Sinne, sondern auch dann, wenn es ums Wetter geht. Klimatisch ist das Land sehr facettenreich. Da die Landschaften so unterschiedlich sind, variiert das Klima, je nach dem wo du dich befindest, extrem. Man kann so von insgesamt vier klimatischen Gebieten sprechen. Während im Winter in den nördlichen und westlichen Regionen Irans ein teils alpines Klima herrschen kann und eine monatelange Schneedecke keine Seltenheit ist, kann man zur selben Zeit im Süden am Persischen Golf im Bikini am Meer liegen. Je nachdem welche Orte du auf deiner Reise besuchen willst, ist es wichtig, sich auf diese verschiedenen Klimazonen mit passender Kleidung gut vorzubereiten. Ganz allgemein spricht man jedenfalls davon, dass die beste Reisezeit für den Iran zwischen März und Juni, und zwischen September und November ist. Lediglich den heißen Sommer und den eisigen Winter sollte man vermeiden.

Fahrt durch die Wüste. Im Hintergrund: Schnee auf den Bergen

Männer und Frauen in der Öffentlichkeit

Mittlerweile ist es kein Problem mehr, sich als unverheiratetes Paar ein Doppelzimmer zu mieten. Das war vor wenigen Jahren noch undenkbar. Dennoch geben wir dir den Tipp: Solltest du mit deinem Reisepartner nicht verheiratet sein, dann tu in der Zeit, wo du im Iran bist, zumindest so. Keine Angst: Niemand wird daran interessiert sein, diese kleine Notlüge aufzudecken 😉 Doch auch wenn ihr verheiratet seid, solltet ihr auf alle Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit verzichten. Dazu gehört auch einfaches Händchenhalten!

Generell solltest du übermäßigen Körperkontakt mit dem anderen Geschlecht meiden: auch bei Begrüßungen und Verabschiedungen. Auch an öffentlichen Plätzen oder Verkehrsmitteln wird es lieber gesehen, wenn sich Männer neben Männer, und Frauen neben Frauen sitzen. Bei TouristInnen machen die Iranerinnen gerne einmal eine kleine Ausnahme. Komische Blicke werdet ihr jedoch trotzdem erhalten..

So wie bei unserem Treffen mit diesen beiden jungen Männern. (links am Bild) Den ganzen Abend erntete ich einige schräge Blicke: eine Frau unterwegs mit drei Männern, die nicht ihre Familie sind? Und dann verabschiedeten wir uns auch noch mit einer Umarmung. Ohje! Das gefiel den IranerInnen garnicht! 🙂


Internet und Wlan

Es gibt zwar im Iran mittlerweile in fast jedem Hotel und in jeder Unterkunft kostenlosen WLAN-Zugang, allerdings funktionieren diese nicht immer gut. Du kannst dir eine lokale Sim Karte kaufen (gibt es z.B bei den kleinen Kiosken, die du am Straßenrand findest), welche du mit Guthaben aufladen kannst und somit das lokale Mobildatennetz nutzen kannst.


Digital Detox

Im Iran sind alle gängigen sozialen Netzwerke blockiert. Auch diverse E-Mail- Anbieter und Online-Medien sind davon betroffen. Die komplette „Internet-Infrastruktur“ liegt in den Händen der Regierung. Ausgenommen von dieser Sperre sind Whats App und Instagram. Das ist auch der Grund, warum du selten IranerInnen auf Facebook findest und die Kommunikation im Iran viel über Instagram geschieht.
Willst du auf Facebook und co dennoch nicht verzichten, dann kannst du die Blockade mit einem VPN (Virtual Private Network) umgehen. Dies installierst du auf deinem Smartphone oder Laptop. Im Prinzip macht es nichts anderes, als dass es deinem Handy vorgaukelt, in einem anderen Land zu sein, was dir ermöglicht, auf die gesperrten sozialen Netzwerke zuzugreifen. Sei dir jedoch dessen bewusst, dass diese Seiten nicht ohne Grund gesperrt sind, und du genau genommen etwas Verbotenes machst, wenn du VPN nutzt. Außerdem empfehlen wir dir darauf zu achten, welche Beiträge du während deines Aufenthalts auf Facebook oder deinem Blog veröffentlichst. Vermeide Texte und/oder Fotos, welche im politischen Kontext stehen oder zu Problemen führen könnten.

Auch viele IranerInnen versuchen immer wieder mit VPN die Blockaden zu umgehen.

Die Sache mit dem Geld

Da der Iran vom internationalen Bankensystem ausgeschlossen ist, gibt es für TouristInnen keine Möglichkeit über Bankomaten Geld abzuheben. Auch gängige Kreditkarten wie VISA oder Mastercard werden meist nicht akzeptiert. Daher ganz wichtig: Nimm dir genügend Bargeld (Euro oder Dollar) mit! Das heißt, dass du während deiner Reise jede Menge Bargeld mit dir mitführen musst, welches du dann vor Ort umwechselst. Mehr zu diesem Thema findest du hier
in diesem Beitrag: „Was kostet… der Iran? Alles rund ums Geld“.


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